Programminformation 2026 / 2027
Das Frühjahr steht vor der Tür, wir zählen bereits den dritten Monat des Jahres 2026.
Langsam erhole ich mich von unserem grossen Projekt des WELT-LYRIK-Festival 2025, das
vom 7. bis 9. November in Zürich stattgefunden hat.
Das Lesen der täglichen Zeitungslektüre, wie auch Erzählungen, Sachbüchern und last but
not least von Gedichten, bestimmt meinen Alltag. Glücklicherweise kann ich nach wie vor
unterrichten, was mich sehr zufrieden stimmt.
In einem Artikel der NZZ, verfasst von Dietmar Hansch, bin ich auf einen Text gestossen, dem
ich nur zustimmen kann. Das Thema des Autors, «Social Media für Höhlenbewohner».
«Hochstehende, komplexe und kulturelle Inhalte haben im Kampf um Aufmerksamkeit nur
geringe Chancen. Dass die klassische Sprach-, Medien- und Buchkultur am Zusammenbrechen
ist, wird da beinah eine Randnotiz.
Kognitive Leistungen, Selbstregulierungsfähigkeit, Empathie und Kommunikationsfähigkeit
vermindern sich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Psychische Störungen nehmen
zu.»
In meiner engsten Umgebung, wie auch im Unterricht, nehme ich dies tagtäglich wahr.
DichterInnen zuzuhören, gerade in der heutigen Zeit, ist anstrengend und benötigt eine gewisse Empathie, Offenheit und innere Konzentration. Dabei wäre das Lesen von Gedichten doch geradezu ideal. Meist in kompakter, kurzer Form, sind deren Themen und Inhalte formuliert und immer aktuell.
Für das Jahr 2027 ist ein Projekt in Arbeit, dessen Realisierung hoffentlich möglich sein
wird.
Wir freuen uns, Sie im Jahr 2027 wiederum in Zürich begrüssen zu dürfen.
Herzliche Grüsse
Susanna Rüegg & Team
Abschluss Festival
Das dreitägige WELT-LYRIK-FESTIVAL / OSTEUROPA-WUNDRÄNDER 2025 in Zürich, gehört bereits der Vergangenheit an.
Verhaltene Freude, nachdenkliche Stimmen und Gesichter, wie auch abgrundtiefe Trauer haben die drei Tage atmosphärisch mitbestimmt und geprägt. Warum, die Frage erübrigt sich unbedingt. Europa befindet sich politisch, kulturell und wirtschaftlich in einer fragilen Situation. Wohin uns das Schicksal, die politischen Lösungen hinweisen, ist offen.
Beinahe alle eingeladenen DichterInnen schauen auf IHRE Migrations-Existenz, im Alltag, wie auch in der Kunst, im Schreiben, Malen, im „Brot-Verdienen". Töchter, Söhne verlassen ihre Angehörigen, den Ort, der ihnen vertraut scheint, und suchen nach einem friedvollen Platz, eignen sich die neue Sprache an. Aber alleine durch den Spracherwerb, ist man in der neuen und fremden Welt noch nicht angekommen. Diese Bemerkungen gelten ebenso auf Migrations-Bewegungen, die sich in der Vergangenheit zugetragen haben.
Das Ankommen dauert Jahre, verbunden mit Verletzungen, Zurückweisungen, das Finden neuer Kontakte, Menschen und Länder erkunden, erfühlen, die Luft, die Töne, das Licht, die Nacht. Alles ist anders, unbekannt.
Es verlangt von den einzelnen Menschen viel Kraft und Energie, und fordert auch die Ankunftskulturen heraus. Beide Seiten sind mit ungewohnten Momenten konfrontiert, und manchmal ratlos. Doch immer wieder öffnen sich Türen, Herzen und Häuser.
Wir hatten ein eindrückliches Festival und freuen uns auf den nächsten Anlass. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben möchten, schreiben Sie mir und ich nehme Sie gerne in den Newsletter auf.
Herzliche Grüsse
Susanna Rüegg
DEZEMBER
Ich warte.
Wir warten.
Bis es endlich soweit ist.
Damals schon fiel der Schnee
Vieltausend mal tausend
Auf Baum und Strauch
Auf Fisch und Pferd
Weiss, weisser, am weissesten
Die Erde ein festlich gedeckter Tisch….
Elisabeth Borchers
